Zukunft für Rothneusiedl
Bereits im Stadtentwicklungsplan von 1994 ist Rothneusiedl als Stadterweiterungsgebiet vorgesehen, teils als Wohn- und Mischgebiet, teils als Betriebsgebiet und Standort für ein Güterterminal. Die günstige Verkehrslage (Schnellstraße S1 und finanziell gesicherte U1-Verlängerung) spricht klar für eine städtische Entwicklung.
Betrieblicher Nutzungsschwerpunkt
Aus Sicht der Wirtschaft spricht viel für einen betrieblichen Nutzungsschwerpunkt:
- hohe Verkehrsgunst
- wenig Nutzungskonflikte
- Nähe zum geplanten Güterterminal Inzersdorf
- hohe Nachfrage nach Betriebsflächen im Süden Wiens
Überangebot an Einzelhandelsflächen
Es ist weniger das geplante Fußballstadion, sondern vor allem die geplante Errichtung eines Einkaufszentrums, das für Diskussionen sorgt. Eine Untersuchung über Einzelhandelspotenziale im Auftrag der Stadt Wien hat ergeben, dass es bereits ein beachtliches Überangebot an Einzelhandelsflächen im Süden Wiens gibt. Der Überhang an Nettoverkaufsflächen beträgt 80.000 m², mit dem geplanten EKZ am zukünftigen Hauptbahnhof etwa 100.000 m².
Vor allem die größeren Einkaufsstraßen im südlichen Wien (Favoritenstraße, Simmeringer Hauptstraße und Meidlinger Hauptstraße) würden durch ein großes Einkaufszentrum in Rothneusiedl geschädigt werden.
Zudem wäre ein großes Einkaufszentrum ein enormer Verkehrserreger. Um den Verkehrsstrom bewältigen zu können wäre die Errichtung der A24–Verbindungsspanne von der Südosttangente zur S1 erforderlich. Die Finanzierung dieses Projekts ist aber in keiner Weise gesichert.
Allein diese Fakten zeigen auf, wie sich Rothneusiedl in den nächsten Jahren entwickeln sollte: Gemischte Nutzung mit einem betrieblichen Schwerpunkt und ohne einem Mega-Einkaufszentrum.
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