Unternehmerin, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes

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30.04.2008

Betriebe stärken, Bürokratie abbauen

Kleine Betriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern stellen die überwiegende Mehrheit der Unternehmen – in Europa, in Österreich und in Wien. Sie sind unverzichtbarer Bestandteil unseres Wirtschaftssystems, sichern Arbeitsplätze und leisten einen wichtigen Beitrag zur Jugendausbildung. Ihre Betriebsgröße und die damit verbundenen Strukturen erfordern aber besondere Rahmenbedingungen, um diese Betriebe im Wettbewerb nicht zu

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Foto: Dennis Gerbeckx

benachteiligen. Mein zentrales Anliegen ist es, diese Rahmenbedingungen in der Politik einzufordern und mitzugestalten. Vieles wurde erreicht. Die Einführung eines Pensionsvorsorgesystems analog der „Abfertigung Neu” ist ein Meilenstein. Damit wurde nicht nur eine wichtige Vorsorgemaßnahme für Unternehmerinnen und Unternehmer geschaffen, sondern auch sichergestellt, dass sie mit geringstem Kostenaufwand verbunden ist. Als weitere Maßnahmen zur sozialen Absicherung dieser Kleinstbetriebe wurden die Senkung des Beitragssatzes für die Krankenzusatzversicherung, die Verbesserung beim Kinderbetreuungsgeld, eine freiwillige Arbeitslosenversicherung und die Ausweitung der Betriebshilfe erreicht. Neben den wichtigen Erfolgen in der sozialen Absicherung konnten auch im Steuersystem deutliche Verbesserungen erzielt werden.
Die Investitionszuwachsprämie und ein dreijähriger Verlustvortrag auch für Einnahmen-Ausgaben-Rechner sind aber nur der Beginn einer Reihe für Klein- und Mittelbetriebe unverzichtbarer Reformschritte. Steuergerechtigkeit durch Gleichstellung der selbstständig Tätigen mit den unselbstständig Tätigen durch Einführung einer steuerbegünstigsten Jahressechstel-Regelung, eine Tarifreform, die Beseitigung lästiger Bagatellsteuern, ein höherer Bildungsfreibetrag und die Ausweitung des Vorsteuerabzugs auf alle Firmenautos – um die wichtigsten zu nennen – sind jedenfalls von der Politik umzusetzen wenn man die Verantwortung um die Wirtschaftsleistung und Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft ernst nimmt. Die Wirtschaftskammer geht mit dem Motto „Betriebe stärken – Kaufkraft erhöhen – Bürokratie abbauen” in die Diskussion der kommenden Monate.

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