Unternehmerin, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes

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29.05.2008

Für freiere Fahrt

Pro Tag werden 126.000 Tonnen Waren von und nach Wien transportiert, wobei der Anteil der Schiene an der Güterbeförderung seit Jahren auf tiefem Niveau ist. Einer der Gründe ist das Stocken der Planung zum Terminal Wien Inzersdorf. Um den Güterverkehr in Zukunft möglichst umweltschonend abwickeln zu können, benötigt Wiens Wirtschaft moderne, leistungsfähige Umschlagplätze, die aus allen Stadtteilen gut erreichbar sind.

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Foto: Sebastian Thiele

Anfang des Jahres habe ich mich daher für die rasche Errichtung leistungsfähiger Güterterminals ausgesprochen und vor einem weiteren Attraktivitätsverlust der Schiene gegenüber der Straße gewarnt. Zu Recht, wie die Reaktion von Stadtrat Rudolf Schicker zeigt, der vergangene Woche erklärt hat, dass der Bau des Terminals Inzersdorf gemeinsam mit den ÖBB endlich in Angriff genommen werde. Nun muss sichergestellt werden, dass im Umfeld des neuen Terminals auch ausreichend Flächen für Ansiedelungen von Transport- und Logistikunternehmen zur Verfügung stehen. Unabhängig davon sind aber die Planungen für einen weiteren Terminal, der im Norden Wiens vorgesehen ist, unvermindert voranzutreiben.
Ein vernünftiges Verkehrskonzept verlangt aber nicht nur leistungsfähige Umschlagplätze, sondern auch die Berücksichtigung des innerstädtischen Wirtschaftsverkehrs, der für die Nahversorgung der Bewohner der Stadt unerlässlich ist. Denn für die Feinverteilung der Güter per Lkw oder Kleintransportern gibt es keine Alternative. In der Prioritätenreihung des nunmehr diskutierten Masterplanes Verkehr, wo der Hauptfokus auf den Bereichen Fußgänger, öffentlicher Verkehr und Radfahrer liegt, wird den Bedürfnissen des Lieferverkehrs nur in Einzelfällen Rechnung getragen. Noch immer gibt es zu wenig Ladezonen, sodass viele Zusteller in zweiter Spur parken müssen und Gefahr laufen abgestraft zu werden, noch immer werden bestehende, jedoch illegal verparkte Ladezonen kaum kontrolliert und noch immer behindern bürokratische Hürden bei der Parkraumbewirtschaftung und bei der Erlangung von Ausnahmegenehmigungen ansässige Unternehmen. Für die Betriebe ist es aber wichtig, dass schon in der Planung des Magistrats und nicht erst nach Intervention der Wirtschaftskammer die Erfordernisse des Wirtschaftsverkehrs berücksichtigt werden. Ein Verkehrskonzept, das auf die Anliegen der Betriebe stärker als bisher eingeht, stärkt nicht nur den Standort Wien, sondern hilft auch mit, Wohlstand und Lebensqualität unserer Stadt zu gewährleisten.

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