Unternehmerin, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes
Lukas Birsak - 19. Jul, 15:48
Fluglärm verursacht auch wirtschaftlichen Schaden
Sehr geehrte Frau Präsidentin,
als selbst in der Privatwirtschaft Tätiger ist es für mich immer wieder bedauerlich, wie einseitig die offiziellen Vertreter der Wirtschaft Flugverkehr und Flughäfen betrachten. Natürlich können Flughäfen eine Wirtschaftsregion fördern und Beschäftigung bringen. Aber das kann z.B. ein Atomkraftwerk oder eine Giftmülldeponie auch, ohne dass wir solche ungehemmt ansiedeln und ausbauen werden. Ebenso können wir nicht ein ganzes Land mit Autobahnen zupflastern, ohne dadurch andere Daseins-Grundfunktionen zu stark zu zerstören.
Aber um noch näher bei wirtschaftlichen Argumenten zu bleiben: Was sagen Ihre Kammermitglieder aus dem Immobilienbereich - aus dem Sie selbst stammen - dazu, dass großflächig im hochwertigsten Wohngebiet im Süden Wiens und weiter im südlichen Wiener Becken Siedlungsflächen durch unerträglichen Fluglärm entwertet werden? Oder was werden die lokalen Gewerbetreibenden dazu sagen, wenn schleichend die wohlhabendere Bevölkerung aus diesem Raum wegzieht, weil sie die Umweltbelästigung durch immer mehr Flugzeuge nicht mehr in Kauf nehmen will? Von steigenden Kosten für gesundheitliche und psychische Schäden will ich gar nicht reden. Auch nicht davon, dass im Gegensatz zu den aufwändigen Genehmigungsverfahren mit Entschädigungsansprüchen bei Straßenbauten Flugrouten mit wenigen Federstrichen eingerichtet und verändert werden.
Vielleicht haben Sie das Glück, in einer der Gegenden Wiens zu leben, die noch (!) nicht vom Fluglärm betroffen sind. Viele Tausende Menschen haben diese Glück leider nicht und verstehen nicht, wieso Verantwortungsträger nicht die letzte Chance ergreifen, ein wachsendes Umweltproblem einmal vorausschauend zu lösen.
Helfen Sie daher bitte mit, folgende Maßnahmen in die Tat umzusetzen:
- Reduzierung der Flugbewegungen in Wien Schwechat auf das volkswirtschaftlich Notwendige, d.h. keine Transitflüge, keine Frachtenflüge, wo diese mit der Bahn transportiert werden können;
- Höchste Priorität für bevölkerungsschonende Flugroutenwahl durch ordentliche Genehmigungsverfahren unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte;
- Bewusstseinsbildung bei allen Wirtschaftstreibenden für den Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn bei Kurzstreckenflügen und Ersatz nicht unbedingt notwendiger Reisen durch moderne Kommunikationsmethoden;
- Aus Klimaschutzgründen muss Flugverkehr eher reduziert als ausgeweitet werden. Daher Ablehnung der 3. Piste als volkswirtschaftlichen Unsinn;
- Unterstützung des Grundsatzes, dass Eigentumsentwertung durch Flugverkehr nicht entschädigungslos bleiben darf;
- Mittelfristig Evaluierung einer Teilung oder Standortverlegung des Flughafens Wien Schwechat.
Fluglärm verursacht auch wirtschaftlichen Schaden
als selbst in der Privatwirtschaft Tätiger ist es für mich immer wieder bedauerlich, wie einseitig die offiziellen Vertreter der Wirtschaft Flugverkehr und Flughäfen betrachten. Natürlich können Flughäfen eine Wirtschaftsregion fördern und Beschäftigung bringen. Aber das kann z.B. ein Atomkraftwerk oder eine Giftmülldeponie auch, ohne dass wir solche ungehemmt ansiedeln und ausbauen werden. Ebenso können wir nicht ein ganzes Land mit Autobahnen zupflastern, ohne dadurch andere Daseins-Grundfunktionen zu stark zu zerstören.
Aber um noch näher bei wirtschaftlichen Argumenten zu bleiben: Was sagen Ihre Kammermitglieder aus dem Immobilienbereich - aus dem Sie selbst stammen - dazu, dass großflächig im hochwertigsten Wohngebiet im Süden Wiens und weiter im südlichen Wiener Becken Siedlungsflächen durch unerträglichen Fluglärm entwertet werden? Oder was werden die lokalen Gewerbetreibenden dazu sagen, wenn schleichend die wohlhabendere Bevölkerung aus diesem Raum wegzieht, weil sie die Umweltbelästigung durch immer mehr Flugzeuge nicht mehr in Kauf nehmen will? Von steigenden Kosten für gesundheitliche und psychische Schäden will ich gar nicht reden. Auch nicht davon, dass im Gegensatz zu den aufwändigen Genehmigungsverfahren mit Entschädigungsansprüchen bei Straßenbauten Flugrouten mit wenigen Federstrichen eingerichtet und verändert werden.
Vielleicht haben Sie das Glück, in einer der Gegenden Wiens zu leben, die noch (!) nicht vom Fluglärm betroffen sind. Viele Tausende Menschen haben diese Glück leider nicht und verstehen nicht, wieso Verantwortungsträger nicht die letzte Chance ergreifen, ein wachsendes Umweltproblem einmal vorausschauend zu lösen.
Helfen Sie daher bitte mit, folgende Maßnahmen in die Tat umzusetzen:
- Reduzierung der Flugbewegungen in Wien Schwechat auf das volkswirtschaftlich Notwendige, d.h. keine Transitflüge, keine Frachtenflüge, wo diese mit der Bahn transportiert werden können;
- Höchste Priorität für bevölkerungsschonende Flugroutenwahl durch ordentliche Genehmigungsverfahren unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte;
- Bewusstseinsbildung bei allen Wirtschaftstreibenden für den Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn bei Kurzstreckenflügen und Ersatz nicht unbedingt notwendiger Reisen durch moderne Kommunikationsmethoden;
- Aus Klimaschutzgründen muss Flugverkehr eher reduziert als ausgeweitet werden. Daher Ablehnung der 3. Piste als volkswirtschaftlichen Unsinn;
- Unterstützung des Grundsatzes, dass Eigentumsentwertung durch Flugverkehr nicht entschädigungslos bleiben darf;
- Mittelfristig Evaluierung einer Teilung oder Standortverlegung des Flughafens Wien Schwechat.