Unternehmerin, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes

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19.09.2008

Fernweh

Wie erfolgreich die Wiener Wirtschaft arbeiten kann, ist zu einem großen Teil eine Frage der Standortqualität. Nicht umsonst meinen 70 Prozent der befragten Unternehmer einer aktuellen WKW-Umfrage, dass die internationale Erreichbarkeit einer der wichtigsten Vorteile des Standortes Wien ist. Ein Thema dabei ist der Bahnverkehr. Und gerade hier drohen trotz hoher Investitionen Rückschritte. Die ÖBB haben mit dem Umbau des Wiener Westbahnhofes begonnen und zugleich angekündigt, ihren Fernverkehr von dort abziehen zu wollen. Den Fokus will die Bundesbahn auf den neuen Hauptbahnhof legen, den es in etwa fünf Jahren geben soll. Für die Betriebe rund um den Westbahnhof wird es damit deutlich schwieriger, denn die Fahrgastzahlen am Westbahnhof drohen um bis zu 25 Prozent zu sinken. Neben dem Handel könnte das vor allem die Hotellerie zu spüren bekommen. Dass wichtige Fernverkehrsverbindungen – auch internationale – weiterhin zum Wiener Westbahnhof geführt werden, ist für mich unabdingbar.
Gleichzeitig sind die Modernisierungsbestrebungen der ÖBB, die nun am Westbahnhof gestartet sind, zu begrüßen, denn Wien braucht moderne Bahnhöfe. Investitionen sind längst überfällig, denn der Standard der 1950er und 1960er Jahre ist heute bei weitem nicht mehr ausreichend. Der Wirtschaftsstandort Wien braucht eine moderne Infrastruktur als leistungsfähiges Rückgrat des täglichen Wirtschaftens. Für den Bahnverkehr bedeutet das: ein gutes Service, die richtigen Informationen, pünktliche Züge und Bahnhöfe, die als moderne Knotenpunkte in der Stadt und Drehscheiben der Mobilität dienen. Nur wer diese Ansprüche erfüllt, kann den Anforderungen der Wiener Wirtschaft gerecht werden.
Deswegen begrüße ich auch, dass der Güterumschlag am Westbahnhof bleiben kann – die lokalen Betriebe brauchen einen raschen, unkomplizierten Zugang zur Schiene. Was das Baugeschehen der nächsten drei Jahre betrifft, so werden wir genauestens beobachten, in wie weit es Behinderungen für angrenzende Betriebe gibt. Wenn Sie als Unternehmerin oder Unternehmer betroffen sind, stehen Ihnen unsere Experten gerne zur Verfügung.

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Foto: ÖBB/beyer.co.at