Unternehmerin, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes

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15.04.2010

Am falschen Platz sparen ist gefährlich

Die Folgen der Wirtschaftskrise lassen weltweit die Budgetdefizite in die Höhe schnellen. An den Ausgaben zu sparen ist prinzipiell richtig. Falsch hingegen ist es, ausgerechnet bei den Investitionen in die Zukunft den Rotstift anzusetzen – etwa beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Eben diesen Weg schlägt das Verkehrsministerium ein und überlegt Bauverzögerungen und Sparversionen anstelle von Vollausbauten. Am stärksten treffen derartige Überlegungen die Wiener Wirtschaft.

Entscheidungen müssen verbindlich und berechenbar sein
Um die überregionale Bedeutung Wiens als attraktiver Wirtschaftsstandort abzusichern, ist eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur unabdingbar. Wenn das Ministerium nun – vom Wiener Rathaus weitgehend unwidersprochen – Überlegungen anstellt, die Fertigstellung der S1 Nordostumfahrung hinauszuzögern und den Bau des Lobau-Tunnels in Frage stellt, drohen wichtige Betriebe abzuwandern und Neuansiedelungen auszubleiben. Mehr noch, jede Verzögerung beim Bau der S1 und der Spange Aspern stellt auch den Erfolg des wichtigen Stadterweiterungsprojekts Seestadt Aspern in Frage. Denn Investoren stellen hohe Anforderungen an einen Standort. Betriebe können langfristig nur dort erfolgreich sein, wo auch eine gute Verkehrsanbindung gegeben ist. Politische Entscheidungen müssen daher nicht nur klar und nachvollziehbar getroffen und kommuniziert werden, sie müssen auch verbindlich und damit berechenbar sein.

Chancen nutzen und Zukunft gestalten
Aus diesem Grund muss auch der Ausbau des Flughafens Wien, insbesondere der Bau der 3. Piste, die die Leistungsfähigkeit des Airports auf lange Zeit hinaus sicherstellt, vorangetrieben werden. Gleiches gilt für leistungsstarke Bahnverbindungen zwischen Wien und Bratislava, um das wirtschaftliche Zusammenwachsen und die Entwicklung dieses Wirtschaftsraums auch wahr werden zu lassen. Jede Sparvariante, jede zeitliche Verzögerung bedeutet für Wien und die Ostregion schwere wirtschaftliche Nachteile. Es ist hoch an der Zeit, der lange vernachlässigten Ostregion endlich jene Verkehrsinfrastruktur zu sichern, die uns in die Lage versetzt, die Chancen zu nutzen und die Zukunft zu gestalten.