Unternehmerin, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes

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02.06.2010

Ärztestreit: Kampf um weniger Selbstbehalt

In den Verhandlungen der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) mit der Ärztekammer um einen gerechten Leistungsvertrag für gewerblich Versicherte ist weiterhin kein Ergebnis in Sicht. Mit 1. Juni trat ein vertragsloser Zustand in Kraft, der nichts an sozialer Kälte vermissen lässt. Denn die Ärztekammer legte den Ärzten nahe, ihre Tarife umgehend um 20 Prozent anzuheben – und drohte ihren Mitgliedern dem Vernehmen nach mit disziplinären Konsequenzen, sollten sie mit der SVA kooperieren. Dass 60 Prozent der SVA-Versicherten mit einem Monatseinkommen von 1000 Euro auskommen müssen, schien die Ärztekammer nicht weiter zu irritieren. Davor war ein Verhandlungsangebot nach dem anderen abgeschmettert worden. Selbst eine vorübergehende Vertragsverlängerung zur Fortführung der Gespräche wurde postwendend abgelehnt.

Weniger Selbstbehalt
Worum es bei dem offenen Konflikt eigentlich geht, ist in der letzten Zeit allerdings wenig berichtet worden. Die SVA kämpft darum, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer fair behandelt werden und weniger Selbstbehalt zahlen müssen. Gefordert wird gleiches Geld für gleiche Leistung und damit ein Ende der hohen Tarife, die den gewerblich Versicherten von der Ärztekammer vorgeschrieben werden. Im Schnitt liegen die Preise für die Behandlung von Selbstständigen um 50 Prozent über denen, die für Versicherte der Gebietskrankenkasse verrechnet werden. Dieser Zustand darf nicht länger fortgesetzt werden! Jetzt, wo ein neuer Vertrag zu verhandeln ist, müssen die Weichen neu gestellt und die Geldbörse der Unternehmer entlastet werden. Gibt man der Ärztekammer jetzt nach, wird der Zustand auf Jahre hinaus einzementiert.

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