Unternehmerin, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes

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07.06.2010

19 Millionen Euro für Wiener KMU fixiert

Für viele Wiener Betriebe bleibt die wirtschaftliche Situation weiterhin angespannt. Gerade Klein- und Mittelbetriebe leiden unter einer niedrigen Eigenkapitalquote und einer hohen Abhängigkeit von Bankfinanzierungen, wie eine aktuelle Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien neuerlich gezeigt hat. In Wien entfallen rund 40 Prozent des Gesamtkapitals von Unternehmen mit maximal 500.000 Euro Jahresumsatz auf Bankverbindlichkeiten, die Eigenkapitalquote liegt hier deutlich unter 20 Prozent. Umso wichtiger ist die Verfügbarkeit von rasch erhältlichen Kleinkrediten, die ohne lange Verfahren und zum Teil auch mit Haftungsübernahmen durch das Land vergeben werden. Eben dafür haben die fünf führenden Bankinstitute gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien die Initiative ergriffen. Seit 1. Juni bieten diese Banken den Wiener KMU nun neuartige Kleinkredite bis 10.000 Euro, um Investitionen und Betriebsmittel zu finanzieren. Zusätzlich ist es der Wirtschaftskammer auch gelungen, die Stadt Wien zur Fortführung der Gemeinsamen Kreditaktion auf dem historisch hohen Niveau von 2009 zu bewegen. In Summe stehen den Wiener KMU über die verschiedenen Kreditprodukte nun 19 Millionen Euro zur Verfügung.

Positive Stimmung in Investitionen umsetzen
Diese neue Form der Unterstützung, auf die ich viele Monate gedrängt habe, kommt nun zur absolut richtigen Zeit. Denn auch die meisten Wiener Betriebe stehen am Beginn einer konjunkturellen Erholung und brauchen günstige Finanzierungen für ihren wirtschaftlichen Aufschwung. Sie verzeichnen steigende Auftragseingänge und rechnen mit einer besseren Geschäftslage als 2009. Jetzt gilt es, diese positive Stimmung auch in Investitionen umzusetzen. Auch die OECD hat in ihrem jüngsten Bericht die Konjunkturerwartung für Österreichs Wirtschaft nach oben revidiert. Demnach könnte es schon im nächsten Jahr über zwei Prozent Wachstum für Österreich geben. Doch Prognosen sind erst eine Voraussage auf etwas, das sich noch nicht erfüllt hat. Daher müssen jetzt alle Maßnahmen gesetzt werden, um aus der Ansage ein Ereignis zu machen. Die Finanzierungsfrage ist dafür ein Schlüsselthema.