Unternehmerin, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes

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12.07.2010

Wien noch engagierter vermarkten

Die Wiener Tourismusbranche blickt auf eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte zurück. Bis 2008 folgte ein Nächtigungs- und Umsatzrekord auf den anderen. Ausschlaggebend für diesen Erfolg waren die anerkannt hohe Qualität und Dienstleistungsorientierung der Tourismusbetriebe. Auf eben diese Stärken zu setzen, erweist sich auch gegenwärtig als richtiger Weg. Denn nach den schweren Rückschlägen im Krisenjahr 2009 gelingt nun die Erholung der Branche rascher als erwartet. Zumindest bei den Nächtigungen, wo gegenüber dem Vorjahr hohe Zuwächse erreicht werden. Allerdings liegen die Umsätze früherer Jahre noch außer Reichweite. Die krisenbedingte Absenkung der Preise gilt es nun schrittweise wieder aufzuholen, denn Nächtigungen alleine machen noch keine gute Bilanz.

Wiener Tourismusbetriebe bestens aufgestellt
Unter Druck steht das Wiener Preisniveau allerdings auch wegen der großen Anzahl an Betten. Neubauten und Erweiterungen brachten in den letzten Jahren einen Bettenzuwachs um etwa zehn Prozent, ähnlich große Steigerungen wird es auch in den nächsten Jahren geben. Diese Kapazitäten müssen durch eine noch engagiertere Vermarktung der Destination Wien ausgelastet werden. Wachstumsmöglichkeiten sind insbesondere im Quellmarkt Osteuropa gegeben, wie die respektablen Zuwächse bei Gästen aus Rumänien und Russland zeigen. Weiter erschlossen muss aber auch der arabische Raum werden. Bei den Österreichern ist Wien bereits gut verankert. Die Besucher aus den anderen Bundesländern sind heute der zweitgrößte Umsatzbringer.
Möglichkeiten der noch besseren Positionierung Wiens bei unseren Gästen gibt es reichlich. Etwa ein Leitsystem für Sehenswürdigkeiten, eine Belebung des Donaukanals, eine Verbesserung der Ankunftssituation auf Bahnhöfen und am Flughafen und zweisprachige Beschilderungen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Verbesserung bei den Rahmenbedingungen muss es aber auch bei der Visa-Erteilung für Touristen geben. Speziell bei arabischen Ländern hemmen die aktuellen Bestimmungen Wachstumsmöglichkeiten. Bestens aufgestellt, um den Gästen je nach Geschmack das richtige zu bieten, sind die Wiener Tourismusbetriebe jedenfalls. Anders wäre das rasche Come-Back auch nicht möglich.

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