Unternehmerin, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes

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Wirtschaftsstandort

12.06.2008

Besser bleiben

Die Entscheidung von IBM, Teile seiner Wiener Niederlassung ins Ausland zu verlegen, hat gezeigt, dass eine einmal getroffene Standortwahl nicht von Dauer sein muss. Vielmehr evaluieren Unternehmen laufend die wirtschaftlichen und örtlichen Rahmenbedingungen und prüfen neue Optionen. Wien konnte sich dabei aufgrund seiner hervorragenden geographischen und wirtschaftlichen Lage jahrelang als attraktiver Wirtschaftsplatz behaupten. Allerdings haben die östlichen Nachbarmärkte durch ihre rasante Entwicklung als Standortoption merklich aufgeholt. Im Bereich der erst vor kurzem bestätigten Top-Lebensqualität oder bei den hervorragend ausgebildeten Fachkräften hat Wien seinen Mitbewerbern jedoch die Latte äußerst hoch gelegt.
Nichtsdestotrotz bedarf es für einen nachhaltig erfolgreichen Standort Wien zusätzlicher Maßnahmen, etwa bei der Infrastruktur. Ein leistungsfähiger Flughafen, von dem aus die wichtigen Märkte im CEE-Raum sowie im Nahen Osten angeflogen werden, in Verbindung mit einem starken Home-Carrier wie der AUA sind eines der wichtigsten Assets bei der Standortwahl internationaler Konzerne. Ebenso muss der Ausbau von Schiene, Straße und Wasser forciert werden, um die rasche Verteilung der Güter sowie den Anschluss an die benachbarten Märkte sicherzustellen. Die vorliegenden Ausbaupläne im Schienenverkehr müssen jedenfalls durch eine rechtzeitige budgetäre Bedeckung umgesetzt werden.
Abgesehen vom Verkehr spielt die Bereitstellung geeigneter Flächen bei der Betriebsansiedlung eine wesentliche Rolle. Denn Unternehmen und hier vor allem Leitbetriebe, die nach Wien kommen, dienen gleichsam als Leuchtturm, ziehen als Auftraggeber weitere Unternehmen an und sichern damit langfristig den Wirtschaftsstandort. Unsere Forderung, heute in Wien noch vorhandene großflächige Betriebsgebiete gezielt und unter Einsetzung unternehmerischer Mechanismen zu vermarkten, bekommt daher in naher Zukunft immer mehr Relevanz. Betriebsansiedelungen müssen zudem auf die Wachstumsbranchen der kommenden Jahrzehnte fokussiert werden.

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Foto: Germán Meyer

10.04.2008

Erfolg Made in Vienna

Export2Wiens Position als attraktiver Wirtschaftsstandort im Herzen Europas und als Ausgangspunkt für erfolgreiche Ostinvestments ist stärker denn je. Sowohl die Zahl der sich in Wien ansiedelnden ausländischen Konzerne als auch die Höhe der Investitionen von und nach Wien sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Wien ist also weit davon entfernt, seine Top-Position an die neuen EU-Mitgliedsländer zu verlieren. Das zeigt eindrucksvoll die Höhe der Investments ausländischer Firmen in Wien, die sich mittlerweile auf insgesamt 35 Milliarden Euro belaufen. Damit verbunden ist auch ein starker Schub auf dem Arbeitsmarkt: Mehr als 93.000 Arbeitsplätze werden in den Wiener Niederlassungen gesichert. Das bedeutet, dass bereits jeder fünfte Beschäftigte im Unternehmenssektor in Wien in einem Betrieb eines ausländischen Investors arbeitet.
Im Gegenzug sind Wiens Unternehmen selbst äußerst erfolgreiche Investoren, vor allem in den CEE-Ländern vor unserer Haustüre, und erwirtschaften einen Gewinn von über drei Milliarden Euro, wovon die Hälfte an die österreichische Mutter rücktransferiert wird. Besonders interessant: 70 Prozent der Wiener Betriebe geben als Grund für ihr Investment im Ausland die Markterschließung an, weniger als drei Prozent die niedrigen Arbeitskosten. Das immer wieder gehörte Argument der ausgelagerten Arbeitsplätze ist dadurch entkräftet! Vielmehr sichern die Auslandsinvestements wichtige Umsätze, Marktanteile und damit schließlich auch die Arbeitsplätze in den Mutterkonzernen in Wien.
Sehen wir daher die erfolgreichen Investments in und von Wiener Betrieben als Beweis für die Stärke des Standortes Wien und der Wiener Wirtschaft!

08.11.2007

Wien setzt sich ehrgeiziges Ziel

Die Stadt Wien hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Sie will in den kommenden Jahren unter die führenden europäischen Metropolen für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) aufrücken und sich selbst als zentraleuropäische Forschungshauptstadt behaupten. Dazu wurde ein Strategieplan entwickelt, in dem konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen skizziert sind. Als Vertreterin der Wiener Unternehmer bin ich mit dem Strategiepapier, das für die Wirtschaft unserer Stadt wichtige Ziele vorsieht, zufrieden. So soll etwa die Zahl der im Bereich F&E tätigen Betriebe verdoppelt und die Forschungsquote auf vier Prozent gehoben werden. Damit wird ein wichtiger Schritt gesetzt, um Wien als modernen, innovativen Standort auszubauen. Bereits heute sind in Wien 16.500 Beschäftigte im Bereich F&E tätig, das entspricht 43 Prozent aller Forscher Österreichs.

So erfreulich der Strategieplan ist: Die Stadt Wien wird vor allem an dessen Umsetzung zu messen sein. Denn obwohl es mit dem ehemaligen Flugfeld Aspern ein Areal gibt, das die Voraussetzungen für einen attraktiven Forschungs- und Technologiestandort aufweist, ist im Masterplan ein entsprechendes Standortprofil noch zu entwickeln. Auf Basis des FTI-Konzeptes muss es daher weitere Schritte geben, um Aspern als Leitstandort zu etablieren. Die dafür notwendigen Rahmenbedingungen haben wir schon mehrmals präsentiert. Diese Chance darf nicht vertan werden. Wir werden die Stadt Wien dabei jedenfalls unterstützen. Denn (Strategie-)Papier ist geduldig, entscheidend ist letztlich dessen Umsetzung.